Die Idee ...


... für ZEST ist aus den Köpfen und Klauen genialer Dilettanten entsprungen. Nicht zu verwechseln mit den Künstlergruppen, die im Jahre 1981 auf dem gleichnamigen Festival die große Untergangsshow präsentierten. Dabei trennt uns nicht nur die orthographisch unkorrekte Schreibweise des Wortes "Dilettant" von unseren Namensvettern, die es mit Doppel-L statt Doppel-T auf die Flyer druckten. Aber eine wichtige Gemeinsamkeit gibt es dennoch. So wie die “Genialen Dilletanten” stehen auch wir von ZEST zu unserer Unprofessionalität. "Nur der Dilettant," wie Egon Friedell einst bemerkte, "der mit Recht auch Liebhaber, Amateur genannt wird, hat eine wirklich menschliche Beziehung zu seinen Gegenständen. Nur beim Dilettanten decken sich Mensch und Beruf; und darum strömt bei ihm der ganze Mensch in seine Tätigkeit und sättigt sie mit seinem ganzen Wesen, während umgekehrt allen Dingen, die berufsmäßig betrieben werden, etwas im üblen Sinne Dilettantisches anhaftet: irgendeine Einseitigkeit, Beschränktheit, Subjektivität, ein zu enger Gesichtswinkel.”


Im Fokus unserer Bemühungen steht die Begeisterung, nicht die Auflagenstärke. So freuen wir uns also über den neugierigen Leser, der sich von wachgeküssten Landschaften, gehetzten Rehen, narkoleptischen Katern und musikalischen Erleuchtungen gleichermaßen inspirieren lässt. Auch hoffen wir, dass Du einen angemessenen Aufbewahrungsort für unser kleines Magazin bereit hältst. Wir denken da beispielsweise an die Memory-Box unter der Holzdiele, wo ein Liebesbrief nichts an Aktualität einbüßt. Selbst nach 20 Jahren eine willkommene Unterbrechung im Alltag. So soll das auch mit ZEST sein.


Mit saisonal angesagter Musik können wir nicht vorrangig dienen, aber dafür gibt es ja schon genügend Alternativen. Uns interessieren vielmehr Klassiker, denn gute Musik ist immer auch zeitlos. In dem Punkt hoffen wir, dass Du, lieber Leser, uns Vertrauen entgegenbringst und den Mut eines genialen Dilettanten zu schätzen weißt, den Egon Friedell in seinem Monumentalwerk “Kulturgeschichte der Neuzeit” bereits positiv hervorhob. Den Mut, Dinge zu sagen, von denen sich höchstens beweisen lässt, dass sie falsch sind. Dieser Mut ist die Voraussetzung aller Produktivität, vor allem jeder künstlerischen oder auch nur mit Kunst entfernt verwandten.


Und so muss vielleicht am Ende des Tages einfach wieder das Hobby die Lobby ersetzen. Hier sind wir! ZEST kann mit "Leidenschaft" oder "Würze" übersetzt werden. Das klingt beides nach Feierabend. Nach etwas, worauf man sich den ganzen Tag über freut. Und genauso wie Musik keine Mode sein darf, sind wir begeisterte Anhänger und keine Kritiker. Wir schreiben ausschließlich über Dinge, die wir lieben. Großes ZESTianer-Ehrenwort!


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